Die Kunst der musikalischen Dekantierung

Ein gelungener Weinabend ist wie ein guter Cuvée: Er lebt von Struktur, der richtigen Temperatur, stimmiger Musik – und vor allem von Zeit, sich zu entfalten. Die akustische Begleitung wollen wir also nicht dem Zufall überlassen.

Deshalb präsentieren wir die neue, überarbeitete Version unserer VYNO-Playlist „Between Glasses“. Sie ist kein statisches Album, sondern ein lebendiges Kurationsprojekt. Das Prinzip ist einfach und wirkungsvoll: Jeden Monat ergänzen wir die Playlist um neue Tracks, während ausgewählte Titel weichen. So bleibt ihr Charakter erhalten – und gleichzeitig entwickelt sie sich weiter. Man könnte sagen: eine Playlist im Reifeprozess.

Das Konzept – Dramaturgie in vier Phasen

Welche Idee steckt hinter der Auswahl? Between Glasses soll nicht überfordern, sondern begleiten. Die Musik folgt dabei einer feinen Dramaturgie, die sich am natürlichen Verlauf eines gelungenen Abends orientiert.

Opening: Der Start ist „smooth“. Warme, akustische Klänge und sanfter Nu-Jazz (wie Jacob Gurevitsch oder De-Phazz) dominieren. Hier soll die Musik den Raum öffnen, ohne das Gespräch zu überlagern.

Moving forward: Wenn die erste Flasche atmet und die Stimmung steigt, zieht das Tempo an. Hier setzen wir bewusste Akzente wie Rhys Frank, um eine positive Energie freizusetzen.

Deep House Peak: Für den energetischen Höhepunkt des Abends setzen wir auf ausgewählten Deep House (z. B. St Germain oder Solomun). Der Groove ist spürbar – elegant, treibend, aber nicht zu hektisch.

Finale: Zum Abschluss wird es wieder ruhiger.

Wir haben uns von Tracks getrennt, die zu „flach“ wirkten (wie reine Lo-Fi-Beats), um Platz für cineastische Momente (Yello & Till Brönner) und den ultimativen Rausschmeißer Chet Baker zu machen.

Between Glasses – Ein Begleiter, kein Pacemaker

Natürlich verläuft kein Abend nach Schema F. Mal steht das vertiefte Gespräch über Terroir im Mittelpunkt, mal das ausgelassene Wiedersehen mit alten Freunden. Between Glasses drängt sich dabei nicht auf – sie wirkt subtil im Hintergrund als stimmiges Surrounding, als musikalisches Sicherheitsnetz. Sie gibt dem Abend eine unaufdringliche Struktur, die trägt, ohne zu lenken – und sorgt dafür, dass man unabhängig vom Verlauf jederzeit genau richtig begleitet ist.

Und by the way… einen der neuen Tracks haben die Jungs von Vinolectro beigesteuert: El Abuelo  – Los Suruba & Marcelo Burlon Remix. Vielen Dank!

Wenn auch ihr eine Idee habt welche Tracks eine gute Ergänzung für Between Glasses sein könnten – schreibt uns: info@barrels-and-botles.de

Unsere Weinempfehlung