Winterzeit ist Glühweinzeit – und es muss nicht zwingend der Glühwein aus dem Supermarkt sein. Zwischen dem Tetrapak und einem echten Winzerglühwein oder dem eigenen Glühweinrezept liegen Welten. Der Unterschied zeigt sich nicht nur im Geschmack, sondern auch darin, wie man sich nach dem zweiten Becher fühlt. Wer sich gerade fragt, ob und welchen Glühwein er kaufen soll, sollte ein paar grundlegende Kriterien kennen.

Guter Glühwein beginnt immer mit gutem Wein. Während Supermarkt-Glühwein oft aus neutralem Grundwein besteht, der durch Zucker und Aromastoffe „repariert“ wird, setzen hochwertige Hersteller auf trinkfertige Qualitätsweine. Häufig kommen fruchtbetonte Rebsorten wie Dornfelder, Spätburgunder oder Cuvées zum Einsatz, bei weißem Glühwein etwa Riesling oder Müller-Thurgau. Diese Weine bringen eigene Struktur, Säure und Frucht mit – Dinge, die man später im Glas auch schmeckt.
Die Veredelung ist der zweite entscheidende Punkt. Winzerglühweine werden mit echten Gewürzen angesetzt: Zimtstangen, Nelken, Orangenschalen, manchmal Vanille oder Kardamom. Die Kunst liegt in der Dosierung. Ziel ist nicht, den Wein zu überdecken, sondern ihn winterlich zu begleiten. Industrielle Varianten arbeiten dagegen oft mit Extrakten und viel Zucker, was zwar sofort süß wirkt, aber schnell ermüdet.
Und wer sic nicht auf ein fertiges Produkt aus der Flasche verlassen möchtem kann ganz einfach selbst Hand anlegen. Und Glühweinrezept von Barrels & Bottles sollte eine gute Empehlung sein – die ganz persönliche Note könnt ihr eurem Glühwein durch weitere individuelle Zutaten selbst mitgeben.
In diesem Sinne: Wer Glühwein wie Wein behandelt und nicht wie Süßware, bekommt mehr Genuss, mehr Charakter und meist auch einen besseren nächsten Morgen. Der Winter ist lang – er verdient besseren Glühwein. Also – los gehts…
Das Barrels & Bottles-Glühweinrezept – für 4 Personen
Du brauchst:
- 1 Flasche trockenen Rotwein (kein teurer, aber bitte kein Zuckerwasser: z.B. Dornfelder, Spätburgunder oder eine Cuvée)
- 1 Bio-Orange
- 1 Bio-Zitrone (optional, gibt Frische)
- 2–3 Zimtstangen
- 4–6 Nelken
- 2 Sternanis
- 1 kleines Stück Ingwer (sehr empfehlenswert!)
- 2 EL brauner Zucker
- 2 EL Honig
So gehst du vor:
- Orange und Zitrone heiß waschen. Die Schale dünn abschälen oder in Scheiben schneiden. Dicke weiße Schale macht bitter – Glühwein verzeiht viel, das nicht.
- Wein in einen Topf geben, Gewürze, Zitrusschalen und Ingwer hinzufügen.
- Langsam erhitzen. Wichtigster Punkt: nicht kochen. Bei etwa 70–75 °C bleiben. Wenn es dampft, bist du richtig. Kochen tötet Aroma und Alkohol – dann hast du gewürzten Traubensaft.
- 20–30 Minuten ziehen lassen. Zeit ist hier wichtiger als Hitze.
- Süßen, abschmecken.
- Gewürze abseihen oder drinlassen, wenn du ihn weiter warm hältst.
Und noch ein paar Tipps…
- Schlechter Wein wird durch Gewürze nicht gut. Mittelmäßig reicht völlig.
- Weniger Gewürze = eleganter Geschmack. Glühwein ist kein Potpourri.
- Ein Stück Vanille oder Kardamom kann spannend sein, aber bitte nicht alles auf einmal.
In diesem Sinne… Cheers!