Es ist früher Abend irgendwo in der Pfalz. Die Sonne steht tief, das Licht legt sich golden über die Rebzeilen, ein Glas Riesling funkelt in der Hand – und plötzlich setzt ein warmer Deephouse-Beat ein. Kein Club, kein dunkler Keller, sondern ein Weingut. Genau hier passiert gerade etwas, das man vor ein paar Jahren noch für eine Nische gehalten hätte: Wein und elektronische Musik verschmelzen zu einem neuen Erlebnisformat.
Eine der treibenden Kräfte hinter diesem Trend ist die Eventreihe Vinolectro.
Vinolectro – vom Club in die Reben
„Wein trifft House“ – so simpel beschreiben die Macher ihr Konzept. Dahinter steckt allerdings deutlich mehr. Gegründet wurde Vinolectro von Daniel Schößler und Lukas Frey, beide DJs mit Club-Vergangenheit. Unterstützt werden sie von weiteren DJs wie Raphael – und, fast schon legendär, von „Oldie Heinz“, Daniels Vater, der gelegentlich mitmischt.
Was als Experiment begann, entwickelte sich erstaunlich schnell. „Unser erstes Event 2016 hatte direkt über 500 Gäste“, erinnert sich Lukas. Ein Start, der zeigt: Der Nerv war getroffen. Heute finden jedes Jahr mehrere Veranstaltungen statt – und die Nachfrage wächst. „In den letzten drei bis vier Jahren hat das Ganze nochmal deutlich an Fahrt aufgenommen – mit vielen Bookings und vor allem Wiederholungstätern.“
Warum passt House so gut zu Wein?
Die Idee klingt erstmal ungewöhnlich – zumindest auf dem Papier. In der Realität ergibt sie erstaunlich viel Sinn.
„Elektronische Vibes und hochwertige Weine passen super zusammen“, sagt Lukas. Ganz sicher waren sie sich am Anfang selbst nicht. Doch das Feedback kam sofort. Positiv. Begeistert.
Der Schlüssel liegt vermutlich in der Atmosphäre: House Music – vor allem in ihren melodischeren Spielarten – schafft Raum. Sie ist präsent, aber nicht dominant. Genau wie ein guter Wein. Beides lädt dazu ein, sich Zeit zu nehmen.
Dass die beiden Gründer ohnehin tief in beiden Welten verwurzelt waren, half: „Wir waren beide als DJs unterwegs und gleichzeitig Weinliebhaber mit engen Kontakten zu Winzern.“ Der erste, der sich auf das Experiment einließ, war Felix Mayer aus Grünstadt.
Ein Kulturwandel auf den Weingütern
Heute wirken Events wie Vinolectro fast selbstverständlich. Doch der Weg dahin war nicht ganz einfach.Í
„Am Anfang war es durchaus schwer, die Winzer zu überzeugen, ‚Electro-People‘ auf den Hof zu holen“, erzählt Lukas. Die Skepsis war groß – zu fremd schien die Clubkultur.

Was folgte, ist ein klassischer Generationswechsel: Jüngere Winzer, offen für neue Formate, erkannten schnell das Potenzial. „Heute gehören Afterworks und DJ-Events fast immer dazu bei Weingütern, die Veranstaltungen machen.“
Und genau hier zeigt sich, wie stark sich die Weinkultur verändert: weg vom reinen Produkt, hin zum Erlebnis.
Mehr als nur Musik
Vinolectro versteht sich längst nicht mehr nur als DJ-Act. „Unsere Dienstleistung geht weit über das Auflegen hinaus“, sagt Lukas. Social Media, Eventfotografie, Videos, Drohnenaufnahmen – und sogar die spätere Vermarktung gehören dazu.
Es geht also nicht nur darum, für Stimmung zu sorgen, sondern ein Gesamtbild zu schaffen. Ein Gefühl, das bleibt – online wie offline.
Wer trinkt eigentlich Wein zum Beat?
Die Antwort überrascht: nicht nur die Generation Instagram.
„Am Anfang dachten wir, wir erreichen vor allem junge Leute“, so Lukas. Tatsächlich ist das Publikum heute deutlich breiter. Der Schwerpunkt liegt sogar zwischen 35 und 50 Jahren.
Warum? Die Musik ist entscheidend. Statt hartem Techno setzen Vinolectro auf Genres wie Deephouse, Techhouse oder Afro House – zugänglich, stilvoll, oft mit Ibiza-Vibes. Musik, die nicht überfordert, sondern trägt. Die passende Musik zum Wein.
„Es sind Menschen mit Sinn für gute Vibes und Genuss“, bringt es Lukas auf den Punkt.
Und Bier? Spielt so gut wie keine Rolle. „Kann man an einer Hand abzählen die Jahre – und das ist auch gut so“, sagt er lachend.
Zwischen Club und Weinberg
Ganz verabschiedet haben sich die Macher vom klassischen Nachtleben nicht. Im Winter legen sie auch in Clubs wie dem Petit Palais in Kaiserslautern oder dem Room in Bad Dürkheim auf. Doch der Fokus ist klar: Sommer, draußen, Wein.
Ein Highlight ist das Cloverfield Festival im Weingut Golter, bei dem Vinolectro von Anfang an dabei ist.
Die Zukunft von Vinolectro: größer, mobiler, immersiver
2026 markiert einen Meilenstein: 10 Jahre Vinolectro. Gefeiert wird – wie könnte es anders sein – mit einem großen Event im Weingut Schroth. Erwartet werden über 1.000 Gäste.
Doch damit nicht genug. Ab Mitte Mai geht ein neues Projekt an den Start: ein mobiler Event-Trailer. Eine Art DJ-Booth auf Rädern, ausgestattet mit High-End-Sound und Lichttechnik.
Die Idee dahinter ist klar: maximale Flexibilität für außergewöhnliche Locations.
Wein und House – ein Trend mit Substanz
Was Vinolectro zeigt, ist mehr als nur ein gelungenes Eventformat. Es ist ein Beispiel dafür, wie sich Wein neu denken lässt – ohne seine Wurzeln zu verlieren.
Die Verbindung aus elektronischer Musik und Wein funktioniert, weil sie zwei Dinge vereint, die oft unterschätzt werden: Atmosphäre und Emotion.
Oder, wie Lukas es indirekt formuliert: „Es geht nicht nur darum, was im Glas ist – sondern darum, was man dabei fühlt.“
Und manchmal braucht es dafür eben einen guten Beat.
Apropos Beat – den passenden Sound zum Wein liefert auch die VYNO Playlist „Between Glasses“ auf Spotify. Vinolectro hat zwei neue Tracks für die Playlist beigesteuert… stay tuned… in wenigen Tagen kommen die neuen Tracks auf die Playlist.
DIE GEWINNER SIND...

1.) mrs_claudi_b und annyonecansee
2.) nadjamorgentau und dianaandreeaconstantin
3.) ani98_b und frischcarmen
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